Von der Naturwissenschaft zur Kunst

Ausstellung von Neda und Negar Batenipour, Teheran, in der Uni-Kneipe

Foto: Vahid Kashanikhatib

„Shifting Steps“, wörtlich übersetzt „Verschiebungsschritte“, diesen Titel geben die aus Teheran stammenden Schwestern Neda und Negar Batenipour ihrer Ausstellung in der Uni-Kneipe des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal.

Beide Schwestern fanden über die Naturwissenschaft zur Kunst – auch wenn sie schon seit der Kindheit gerne gemalt und gezeichnet haben.

Neda Batenipour entschloss sich im Jahr 2005, ihre Studienrichtung von Festkörperphysik auf Kunst/Design zu ändern und die Malerei professionell zu erlernen und zu betreiben. „Das hat mein Leben verändert. Man kann diesen Vorgang mit einer Drehbrücke vergleichen – auf Englisch „shifting bridge“- , und zwar von der Naturwissenschaft  zur Kunst. Daher haben wir unsere Ausstellung „Shifting Steps“ genannt“, erläutert die Künstlerin, die seit 2014 im Fach Industrie Design bei Professorin Brigitte Wolf promoviert.

Das hat sie auch ermutigt, ihre Gefühle und kreativen Ideen zu Papier zu bringen und mit ihren Händen auszudrücken.

In Teheran hatte Neda Batenipour seit 2005  bei Rozita Alizade das Malen mit Aquarellfarben und „Ecoline“, einer flüssigen, wassergebundenen Tuschfarbe, gelernt – später, in Oberstufe und Universität und während ihres Masterstudiums (Industrial Design und Innenarchitektur), lernte sie bei Mahyar Samet-Haghighi das Zeichnen.

Auf diese Weise wurde sie ermutigt, das Studienfach zu wechseln und damit letztendlich auch ganz neue Lebenserfahrungen zu sammeln. Die bildende Kunst  wurde zu ihrer Lieblingsbeschäftigung, mit der sie ihren Gedanken und Gefühlen Ausdruck verleihen kann.

So empfinde sie jetzt die Kunst nicht mehr als eine dynamische Brücke, sondern eher als ein ganz großes interessantes Areal.

Schwester Negar Batenipour lebt nach einem vorausgegangen Studium als IT-Ingenieurin inzwischen in Bonn, wo sie im Masterstudiengang Informatik eingeschrieben ist.

„Obwohl ich mich schon seit meiner Kindheit im Malen übe, habe ich das figurative Zeichnen und Malen erst seit 2015 professionell erst bei Niloufar Ghaderinejad gelernt – eine der bedeutendsten figurativ-expressionistischen Künstlerinnen des Irans“, erklärt die Ausstellerin.

Durch diese Künstlerin wurde Negar nicht nur ausgebildet, sondern auch  ganz entscheidend künstlerisch inspiriert.

„Der Name der Ausstellung „Shifting Steps“ paßt auf mich – meine Kunst hat sich unter ihrer Anleitung ganz erheblich entwickelt, sie hat  auch meine Vorstellung von der Kunst und auch vom „Leben als solches“ sehr beeinflußt“, so Negar Batenipour.

Sie arbeitet mit den verschiedensten Materialien – Acrylfarbe, Aquarell, Pastellkreide, „Ecoline“-Tusche, Kohle oder auch Filzmarker.

Die Ausstellung der Schwestern Batenipour in der Kneipe ist bis voraussichtlich Anfang Oktober zu sehen – von montags bis freitags jeweils in der Zeit von 11 bis 23 Uhr.