Aquarell trifft Collage

Ausstellung von Rolf Stratmann und Klaus Fritzsche in der Kneipe an der Bergischen Universität

Rolf Stratmann und Prof. Dr. Klaus Fritzsche leiten seit  25 Jahren gemeinsam einen Malkreis in Wuppertal-Sonnborn. In dieser Zeit haben sie auch ihr eigenes künstlerisches Können stetig weiterentwickelt.
Unter dem Motto „Aquarell trifft Collage“  zeigen sie jetzt ihre Werke in der Kneipe  des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal.
Die Ausstellung in der Bergischen Universität zeigt 40 Werke der beiden Wuppertaler Maler in unterschiedlichen Stilrichtungen bzw. Techniken.


Rolf Stratmann, geboren 1940 in Neviges, besuchte neben seiner beruflichen Tätigkeit als Küster der evangelischen Kirchengemeinde in Sonnborn zahlreiche Kurse bei namhaften Künstlern, u.a. Walter Bernuth und Eberhard Bitter. An der „Famous Artists School“ (Amsterdam) absolvierte er ein Fernstudium.
Er sieht sich maßgeblich geprägt durch englische und amerikanische Künstler wie David Curtis, Wilfried Ball und Tony Couch. Seit seinen Ruhestand beschäftigt er sich überwiegend mit Malerei, gestaltet jedoch auch Collagen und Skulpturen.


Rolf Stratmann stellte einzeln oder in einer Gruppe aus bei der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Sparda-Bank (hier Sonderpreisträger 2014), bei der Station Natur und Umwelt, .in diversen Bibliotheken und Verwaltungseinrichtungen, als Gast beim BBK Bergisch Land, in kirchlichen Einrichtungen, bei der Sonnborner SPD (hier konnte er Rudolph Dreßler sein Aquarell von Schloß Lüntenbeck übergeben), mehrfach in den „City-Arkaden“(Sonderpreisträger 2014), im „Wupperkontor“ und im Elberfelder Künstlerbedarf „Via dell’Arte“. Außerhalb von Wuppertal hat er in der Stadtbibliothek Velbert-Neviges ausgestellt, in der Eifel (Burg Niedeggen, St. Winfried und Mechernich), in Eschenau (Westpfalz) und der Burg Brüggen (Niederrhein).

Über die in der Universität ausgestellten Arbeiten sagt er selbst: „Eine künstlerische Collage besteht meist aus verschiedenen Materialien wie z.B. Pappe, Zeitungsausschnitte, farbige Papierschnipsel, Fotografien usw…. - diese Einzelteile werden kombiniert und auf eine feste Grundlage oder Leinwand verleimt. Ich benutze in meinen Collagen gerne auch natürliche Materialien, wie z.B. Textilien, Sand, Wellpappe … verstärkt durch Powertex (ein Textilhärter) und farbig verbunden mit Aquarell- oder Acrylfarben. Meine Aquarelle entstehen meist nach Originalfotos, danach fertige ich eine Vorzeichnung auf hochwertigem Aquarellpapier oder Leinwand an. Ich benutze aber auch andere Papierarten wie z.B. alte Noten, Urkunden oder Einwickelpapier, die ich aber dann entsprechend vorbereiten muss.“


Die Aquarellmalerei hat auch Klaus Fritzsche immer besonders fasziniert – vor allem  wegen ihrer Leichtigkeit, Transparenz und Leuchtkraft. Besonderes Augenmerk richtet er darauf, Stimmungen und Lichteffekte eindrucksvoll wiederzugeben. Botschaften versteckt er in seinen Bildern eher selten -  was den Betrachter nicht daran hindern soll, nach diesen zu suchen.


Die ersten Anregungen zum Umgang mit Farben erhielt er von seinem Vater, und aus der Liebe zur Geometrie erwuchs seine besondere Leidenschaft für Perspektive. Er besuchte einen Zeichen- und einen Aquarellkurs an der Universität Göttingen und hat sich dann autodidaktisch weitergebildet. Seit 1980 stellt Professor Fritzsche gelegentlich Landschaftsbilder aus verschiedenen Regionen öffentlich aus, vor allem auf der Nordseeinsel Amrum.
Die Insellandschaft war deshalb auch lange sein wichtigstes Thema. Und nach Ausstellungen auf Amrum bildeten sich private Malkreise, in denen er im Sinne einer „Schule des Sehens“ kleine Einführungen in die Aquarellmalerei gab. Mehr als 25 Jahren leitete er  mit seinem Mitaussteller Rolf Stratmann einen Malkreis in der Markusgemeinde in Wuppertal - nach Auflösung der Gemeinde nun im Gemeindezentrum Sonnborn.
Nach vielen Ausstellungen im Gemeindehaus stellte sich dieser Malkreis im Sommer 2011 mit seiner Ausstellung „Mittwochsbilder“ in der Stadtbibliothek Wuppertal erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vor. In der Folge wurde er vom Elberfelder Wilfried-Hahn-Verlag gebeten, sich 2012 am Kalender „12 Künstler = Wuppertal“ zu beteiligen.
Seine Themen sind zunehmend vielfältiger geworden. Es überwiegen jetzt Reisebilder und da besonders Impressionen aus dem Südwesten der Vereinigten Staaten; hinzukommen Stillleben, Landschaftsmotive aus Wuppertal und Umgebung - darstellerische Experimente, die sich im Rahmen des Malkreises ergeben.
Ganz neu ist seine Suche nach Möglichkeiten, die Mathematik, das Fachgebiet des emeritierten Professors der Bergischen Universität,  mit der Landschaftsmalerei zu verbinden.


Prof. Dr. Klaus Fritzsche wurde 1946 in der Lüneburger Heide geboren.
Seine Jugend verbrachte er in Augsburg (Bayern), wo er 1965 Abitur machte.
Er studierte Mathematik und Physik und promovierte1975 in Göttingen, es folgten ein  Forschungsjahr in Bonn, USA-Aufenthalte, Assistententätigkeit und Habilitation in Göttingen. Drei Jahre arbeitete er als Programmierer bei der Rhodia AG in Freiburg.
1984 wurde er Professor für Mathematik in Wuppertal, wo er 2011 in Ruhestand ging. Bereits im Frühjahr 2012 präsentierte er eine Auswahl seiner Aquarelle in einer Ausstellung im Rektorat der Uni Wuppertal.

 

Die Ausstellung in der „Kneipe“ des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal, Max-Horkheimer-Straße 15, ist bis Ende März zu sehen – von montags bis freitags jeweils von 11 bis 23 Uhr.