Keine Trendwende beim Bafög?

Bisher weniger Förderanträge als erwartet

„Wir gehen davon aus, dass zum Wintersemester die Zahl der Bafög-Berechtigten wieder steigen wird und rechnen zum Semesterstart mit einer großen Zahl von Anträgen“ so hatte sich das  Hochschul-Sozialwerk Wuppertal noch im Sommer geäußert.

Daraus wird wohl nichts. „Bisher sehen wir  keine Trendwende beim Bafög“, erklärt Geschäftsführer  Fritz Berger.

Nicht nur beim Bafög-Amt in Wuppertal, sondern bundesweit  war erwartet worden, dass die bereits vor zwei Jahren beschlossene und  lang ersehnte Bafög-Erhöhung Wirkung zeigen würde – in Form von deutlich mehr Anträgen und einem Wiederanstieg der Zahl der Geförderten.  Schließlich ist der Höchstsatz nach sieben Jahren von 670  auf 735 Euro  angehoben worden. Ebenso gelten seit diesem Wintersemester höhere  Einkommensfreibeträge sowie  Vermögens- und Zuverdienst-Grenzen.

Doch bis Ende Oktober  haben gerade einmal 3.802 Studierende einen Antrag gestellt.  Bis zum Oktober 2015 waren es 3.734, also  nur rund 2 Prozent weniger. Und das bei einer weiteren Steigerung der Studierendenzahlen in Wuppertal.  „Mit diesen ernüchternden Zahlen dürfte Wuppertal nicht alleine stehen“, erwartet Fritz Berger, der den bundesweiten Bafög-Ausschuss des Deutschen Studentenwerks leitet. Der Verband der Studentenwerke befürchtet, dass die Bundesregierung das Ziel, die Zahl der Geförderten um 110.000 zu erhöhen (das entspräche einer Steigerung von mehr als 10 Prozent), deutlich verfehlt.

Fritz Berger zu den möglichen Ursachen: „Die Bafög-Novelle geht in  ihrer Höhe auf den Anhebungsbedarf zum Herbst 2014 zurück – die Werte waren also bei Inkrafttreten schon überholt. Dies zeigt, dass eine regelmäßige Anpassung der Freibeträge und Bedarfssätze an die im Bafög-Bericht festgestellte Einkommens- und Preisentwicklung unbedingt erforderlich ist. Nur dadurch ist  gewährleistet, dass das Leistungsgesetz Bafög zum Zeitpunkt des Inkrafttretens seiner Novellen sein bildungspolitisches Ziel erreicht.“

Das Hochschul-Sozialwerk rät  allen Studierenden, die bisher keinen Antrag gestellt haben, das auch jetzt  noch zu tun. Von den erhaltenen Förderungsleistungen sind nur 50 Prozent zurückzuzahlen, die andere Hälfte ist also „geschenkt“. Mehr als 10.000,00 € sind nie zu tilgen, unabhängig davon, wie viel man bekommen hat.

Das Amt für Ausbildungsförderung des  Hochschul-Sozialwerks Wuppertal ist zuständig für die Beratung und Bearbeitung sämtlicher Bafög- und Studienfinanzierungs-Fragen der Studierenden an der Bergischen Universität Wuppertal, der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Abt. Wuppertal sowie der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel.

 

Weitere Infos: http://hochschul-sozialwerk-wuppertal.de/studienfinanzierung/bafoeg.html