Hochschul-Sozialwerk erhält EU-Zulassung: Wuppertaler Mensa in höchste Hygiene-Liga aufgestiegen!

Die Hauptmensa des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal hat den begehrten Aufstieg in die höchste europäische Hygiene-Liga geschafft.
Das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt erteilte dem Wuppertaler Studentenwerk jetzt die am 18. August 2011 beantragte EU-Zulassung.

Wo Lebensmittel verarbeitet werden, ist auf Sauberkeit und Hygiene zu achten. Besonders gilt dies für Betriebe, die Lebensmittel tierischen Ursprungs, wie zum Beispiel Fleisch, Fisch oder Geflügel, verarbeiten.
Wird gar mehr als ein Drittel dieser tierischen Lebensmittel an Dritte abgegeben, dann muss ein solcher Betrieb den Nachweis erbringen, dass das höchste europäische Verbraucherschutzniveau sichergestellt wird.

Die Hauptmensa des Hochschul-Sozialwerks an der Max-Horkheimer- Straße 15 fällt unter diese europäische Regelung, denn mehr als ein Drittel der hier täglich rund 3500 zubereiteten Mahlzeiten werden von den Gästen in den Außenmensen „Sport+Design“, „Campus Freudenberg“, „Bistro am Haspel“, „Mensa Musikhochschule“ und „Mensa Schulzentrum Süd“ verzehrt.

Damit auch die Gäste dieser Relaismensen zuverlässig und sicher auf die Hygiene der angebotenen Lebensmittel vertrauen können, muss deren Verarbeitung in der Hauptmensa nach noch strengeren Regeln als in der Gemeinschaftsverpflegung ohnehin üblich erfolgen.

„Wir unterscheiden uns damit nicht mehr erheblich von der Hygiene in einem Operationssaal“, erklärt Fritz Berger, Geschäftsführer des Hochschul-Sozialwerks.

Seit vielen Jahren schon werde beim Hochschul-Sozialwerk ein aufwändiges Hygienekonzept praktiziert, versichert der Geschäftsführer des Studentenwerks, das neben seinen insgesamt 10 Mensen und Cafeterien noch 13 Studentenwohnheime betreibt und für die Durchführung des Bafög verantwortlich ist.
Die Einhaltung werde nicht nur ständig intern, sondern auch von unabhängigen Prüfern überwacht. So führe zum Beispiel der TÜV Süd mehrfach jährlich unangemeldete mikrobiologische Kontrollen in allen Einrichtungen durch.

Zur Erlangung der EU-Zulassung sei das gesamte Hygiene-Konzept noch einmal auf den Prüfstand gestellt und in einzelnen Punkten strengeren Anforderungen angepasst worden.
Der „Warenfluss“ sei von A bis Z auf mögliche Risiken untersucht worden. So müsse es getrennte Anlieferzonen für Fleisch, Geflügel und Fisch geben. Durch Schnellkühler werde die Wiederwertbarkeit von nicht verbrauchten Warmspeisen optimiert. Selbst für Speiseabfälle, die von einem Spezialentsorger zu Biogas verarbeitet würden, müsse zu jeder Jahreszeit eine Mindesttemperatur eingehalten werden.
Auch beim sogenannten „Personenfluss“ seien mögliche Risiken unbedingt zu vermeiden. So dürfe die vorgeschriebene Arbeitskleidung des Küchenpersonals nicht durch Laufwege, die von Personen in Straßenkleidung gekreuzt werden, „kontaminiert“ werden. Aus diesem Grund mussten mehrere „Hygieneschleusen“ eingebaut werden. Diese mit einer Desinfektionsflüssigkeit gefüllten Becken befinden sich vor den Eingängen zur Hauptküche. Sie müssen von allen Mitarbeitern durchschritten werden, wenn sie von „außen“ die geschützte Küchenzone betreten wollen. Die Desinfektionsflüssigkeit wird zwei Mal am Tag ausgetauscht.

Aber mit baulichen Maßnahmen war es nicht allein getan: auch Notfallpläne, wie etwa für eine Pandemie, mussten entwickelt werden, ebenso ein „Rückrufplan“ und ein „Beschwerdemanagement“.

Geschäftsführer Fritz Berger bewertet den hohen Aufwand zur Weiterentwicklung des Hygienesystems positiv: „Am Anfang waren wir skeptisch, ob wir mit der EU-Zulassung nicht nur überflüssige Brüsseler Bürokratie pflegen müssen. Aber wir sind inzwischen überzeugt, dass die sichere Unbedenklichkeit unserer Lebensmittel für unsere Gäste diesen höheren Aufwand wert ist“.